Entschuldigung!


Ich hätte mich früher melden sollen, aber durch private Probleme habe ich erst die Zeit nicht gefunden und es dann schlicht vergessen.

Der Adventskalender ist leider unwiderbringlich verloren, da mein Laptop kaputt gegangen ist (die Festplatte ist gecrasht), bevor ich alles eingestellt hatte.

Ich bin derzeit dabei an alten Geschichten weiter zu schreiben.

Vorerst werde ich daher nichts Neues einstellen und erstmal ein paar Kapitel vorschreiben, damit ihr dann erstmal alte Sachen zu Ende lesen könnt.

Ich möchte mich entschuldigen, dass ich euch so hängen lassen habe. Das war keine böse Absicht und ist eher meinem verpeilten Kopf zu verdanken. Ich hoffe, ihr seid mir nicht allzu böse. Ich denke im April werdet ihr die ersten Kapitel von den alten Sachen lesen können. Versprechen möchte ich dies an dieser Stelle aber noch nicht.

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Der Weihnachtskiller – 3. Dezember


3. Dezember 0:32

„Was hast du?“, fragte Luke.

„Warte eben“, erwiderte Sven und verschwand kurz.

Mit Zettel und Stift kam er wieder. Dann notierte er etwas, während er immer wieder auf die Fotos schaute.

Ich werde dich töten

ganz langsam

„Also wenn das Zufall ist, dann weiß ich auch nicht. Das sind die fehlenden Buchstaben“, sagte Sven und hielt Luke den Zettel hin.

Luke wurde blass.

„Pass auf. Du fährst nicht wieder nach Hause, du bleibst bei mir“, erklärte Sven.

„Aber er sagte er weiß alles über mich. Ich will nicht, dass dir etwas passiert.“

„Keine Sorge, mir passiert schon nichts. Alles kann er gar nicht über dich wissen und außerdem will er dich und nicht mich. Ich pass auf dich auf.“

„Er wollte auch Balu nicht.“

„Nun mach dir keine Sorgen um mich. Morgen holen wir ein paar Klamotten von dir und dann bleibst du erstmal bei mir.“

Luke nickte nur, ihm war unwohl dabei bei Sven zu bleiben, aber vermutlich war es wirklich das Beste, wenn er nun nicht alleine war.

Um drei Uhr nachts gingen die Beiden torkelnd zu Sven. Sie hatten noch massig was getrunken. Normal trank Luke selten etwas, aber aufgrund des ganzen Stresses, hatte er heute mehr getrunken als er wollte und es gelang ihm kaum noch auf den Beinen stehen zu bleiben.

Sven ging es da allerdings kaum besser, er brauchte fast zehn Minuten um seine Tür aufzuschliessen.

Sven fiel in kompletten Klamotten nur noch aufs Sofa, er brauchte keine zwei Minuten bis er eingeschlafen war.

Luke entschied sich dann für das Bett, er schaffte es noch Pullover und Schuhe auszuziehen, bevor er halbangezogen auf das Bett plumpste und ebenfalls einschlief.

3. Dezember 18:49

Luke war der Erste der wieder wach wurde. Sein Kopf schmerzte stark und sein Hals verlangte nach etwas zu trinken. Er ging ins Bad, wusch sich kurz das Gesicht und trank dann direkt aus dem Wasserhahn, soviel wie es gerade möglich war.

Als er wieder aus dem Bad kam, war auch Sven aufgewacht.

„Oh Mann, mein Schädel brummt“, murmelte Sven.

„Nicht nur deiner“, erklärte auch Luke.

„Scheiße, ist das schon spät. Wir sollten glaub ich erstmal zu dir und ein paar Sachen holen.“

Luke nickte nur nachdenklich.

„Hey, jetzt lass den Kopf nicht hängen. Ich hab dir doch gesagt, dass ich auf die aufpasse. Das wird schon wieder“, sagte Sven, „pass auf, ich geh noch schnell duschen und dann fahren wir los. Du kannst danach dann duschen, wenn du frische Klamotten da hast oder willst du welche von mir haben?“

„Nein, alles ok. Ich geh nachher duschen“, erklärte Luke.

Sven verschwand schnell ins Bad und duschte kurz. Er brauchte keine fünf Minuten, dann stand er wieder im Wohnzimmer, er zog sich ein paar frische Sachen an und schon gingen die Beiden zu Svens Auto.

Per Fernbedienung öffnete Sven sein Auto. Luke wollte gerade auf der Beifahrerseite einsteigen, als er einen Umschlag im Fußraum entdeckte.

„Ist das deiner?“, fragte Luke und deutete auf den Umschlag.

Sein Herz schlug schneller und sein Hals wurde trocken.

„Nein, den kenn ich nicht“, erklärte Sven und hob den Brief auf.

Er zog den Zettel aus dem Umschlag, las ihn kurz und reichte ihn Luke.

Meinst du wirklich,

dass du dich vor mir verstecken kannst?

Dein Freund ird dir auch nicht helfen.

Du kannst dich nirgendwo vor mir vrstecken,

ich fide dich immer und immer ud immer wieder.

Ganz gleich wo du bst.

Ich werde dih verfolgen auf Scritt und Tritt,

ich bin immer in einer Nähe

und du sehst mich nicht.

Es güßt dich:

der Weihnachtskiller

„Scheiße, scheiße, scheiße“, brüllte Luke und zerriss den Brief.

„Hey, was machst du da?“, fragte Sven und hinderte Luke daran den Brief noch kleiner zu zerreißen.

„Das sind Beweise, du kannst doch den Brief nicht zerreißen.“

„Ich… Ja… Du hast ja recht. Ich kann gar nicht mehr klar denken, der Typ wird mich umbringen, Sven“, stammelte Luke.

„Hör auf, nichts wird er tun. Steig ein, wir holen jetzt erstmal Sachen von dir und bringen den Brief dann zur Polizei. Vergiss aber nicht, ihn zu fotografieren. Und nochmal Luke, ich pass auf dich auf. Bei mir wird dir nichts passieren und die Polizei ist doch auch eingeweiht“, erklärte Sven.

Luke nickte leicht und stieg ins Auto. Gemeinsam holten sie zunächst einige Sachen aus Lukes Wohnung. Noch immer war Blut auf dem Boden. Luke war noch nicht dazu gekommen, alles aufzuwischen.

Bei dem Anblick erschauderte er erneut. Sven ließ das irgendwie relativ kalt, allerdings war er auch Medizinstudent und konnte mit Blut irgendwie besser umgehen als Luke.

Danach ging es gemeinsam zur Polizei. Sie gaben den Brief und erklärten kurz, weshalb er zerrissen war. Jedoch erzählten sie nichts von der versteckten Botschaft in den Briefen.

Wieder bei Sven angekommen setzte sich Luke an den Tisch und schrieb die fehlenden Buchstaben aus dem Brief heraus.

Wenn ich dir

„Das ergibt dieses Mal leider keinen Sinn, der Satz scheint mittendrin zu enden“, sagte Luke dann.

„Vermutlich wirst du auf den nächsten Brief warten müssen.“

„Wenn es nach mir ginge müsste keiner mehr kommen“, erklärte Luke.

„Das glaube ich dir sofort. Pass auf, du gehst nicht duschen, sondern nimmst ein Bad und entspannst etwas und ich koch uns was. Worauf hast du Bock?“, fragte Sven.

„Wenn es danach geht, am Besten Lasagne.“

„Ich glaube, dann müsste ich nochmal einkaufen“, erklärte Sven.

„Vergiss es, lass mich jetzt nicht alleine.“

„Ok, dann guck ich ob ich noch alles hier habe. Sonst musst du mit einer Alternative leben.“

„Komme ich mit klar“, sagte Luke nickend.

Luke machte sich ein Bad fertig, dann legte er sich gemütlich in die Badewanne. Es tat ihm wirklich gut und er konnte zumindest ein wenig abschalten.

Als er aus dem Bad kam war das Essen bereits fertig, Sven hatte es tatsächlich geschafft eine Lasagne zu zaubern.

Nach dem Essen machten sich die Zwei es vor dem Fernseher gemütlich, Sven meinte, dass würde Luke etwas ablenken. Doch tatsächlich tat es das nicht, egal was er sah alles erinnerte ihn an sein Problem. Er entschied sich letztendlich dann lieber früh ins Bett zu gehen.

Sven stellte ihm sein Bett zur Verfügung und würde diese Nacht wieder auf dem Sofa schlafen.

Der Weihnachtskiller – 2. Dezember


2. Dezember 0:00

Luke blieb wie angewurzelt stehen. Es klang wie ein Jaulen, aber ungewohnt laut. War Balu etwa was geschehen? Luke eilte ins Wohnzimmer, schon als er die Tür aufmachte, sah er die Blutlache am Boden. Balu lag mittendrin.

„Balu!“
Luke stürzte zu seinem Hund. Er erkannte eine blutende Wunde in Balus Bauch.
Vorsichtig streichelte er seinen Hund. Balu atmete schwer, aber er lebte.
„Balu, halt durch, du schaffst das.“
Luke war panisch, er holte ein Handtuch, das groß genug war, um es fest um Balu zu wickeln. Er wollte so verhindern, dass der Hund unnötig viel Blut verloren.

Dann hob er seinen Hund hoch und trug ihn in sein Auto. Um sein Portemonnaie zu holen, dass er in der Wohnung vergessen hatte, ging Luke noch einmal zurück. Er musste dafür wieder ins Wohnzimmer, als er hinein wollte fielen ihm blutige Fussspuren auf, die zur Balkontür führten.

Auf dem Balkon standen Lukes Schuhe. Er nahm die Schuhe hoch und betrachtete die Sohlen, sie waren blutig.
Was ging hier nur vor sich.
Luke wurde schwindelig, alles um ihn herum drehte sich, dann wurde ihm schwarz vor Augen.

Er hatte keine Ahnung wieviel Zeit vergangen war, seit er bewusstlos wurde, aber da die Uhr erst 0:30 Uhr zeigte, konnte nicht viel Zeit vergangen sein.
Mühsam rappelte er sich auf. Luke war flau im Magen und er fühlte Übelkeit in sich aufsteigen.

Gerade wollte er die Schuhe wieder nach drinnen stellen, da entdeckte er einen Umschlag in den Schuhen, mitten darauf war ein blutiger Handabdruck.
War der Verbrecher tatsächlich so verrückt und hinterließ einen Handabdruck?
Das konnte doch nicht sein.

Aber Luke hatte keine Zeit darüber nach zu denken. Balu musste dringend in eine Klinik. Luke stopfte den Brief in die Hosentasche und lief zurück zum Auto.
Ein Blick zu Balu verriet ihm, dass der Hund noch immer lebte. Welch ein Glück.

Der Motor heulte laut auf, als Luke mit quietschenden Reifen anfuhr. Er brachte Balu in eine Tierklinik, die nicht weit entfernt war, hier wurde Balu sofort Operationsbereit gemacht.
Die Tierärzte schickten ihn zur Polizei und Luke beschloss, dass das wohl tatsächlich das Beste sein würde.

Erschöpft sank er in seinen Autositz. Luke fiel der Brief wieder ein. Er holte den Umschlag hervor und öffnete ihn.

Das ist erst der Anfan.
Du mchst es mir aber auch wirklich viel zu leicht.
Eine schöe Wohnung hast du übrigens.
Wie kann sich ein kleiner Student solch eine Wohnung leisten?
Sieht teuer aus.
Oh ja, ich weiß viel über dich Luke.
u viel.
Ich weiß ales über dich.

Und ds werde ich nutze.
Ganz enüßlich aunutzen.

Ich verspreche dir,
du wirst leiden.
Ach, wird ds herrlich.

Und ich werde einen Spaß haben.

Es grüßt dich:
der Weihnachtskiller

Luke schluckte schwer, er starrte fassungslos auf den Brief. Dieses Mal fiel ihm auf, dass der Weihnachtskiller seltsame Rechtschreibfehler machte. Ob dies Absicht war?
Egal, erst mal musste er zur Polizei. Er startete das Auto und fuhr los.

Luke fotografierte den Brief noch einmal ab, denn er war sich sicher, dass er ihn nicht mehr mitnehmen konnte, wenn er ihn der Polizei zeigte.
Es dauerte gut eine Stunde bis Luke endlich wieder bei der Polizei hinaus ging. Der Handabdruck sollte untersucht werden und auch seine Wohnung wollten sich die Beamten angucken.

Also ging es nun gemeinsam zu Lukes Wohnung. Er selbst durfte sie nicht betreten, um nicht weitere Spuren zu verwischen. In der Zeit kam der Anruf von der Klinik. Balu war wohlauf, musste aber noch einige Tage dort bleiben.

Nachdem die Spurensicherung fertig mit der Wohnung war, übergab Luke auch noch den ersten Brief. Natürlich erst nachdem er ihn ebenfalls fotografiert hatte.

Erschöpft fiel Luke um sieben Uhr früh endlich ins Bett. Zum Glück war heute Samstag und Luke konnte ausschlafen, doch der Schlaf war unruhig und kurz.

2. Dezember 13:58

Luke quälte sich nachdem er ohnehin nicht mehr schlafen konnte aus dem Bett. Auch das Essen schmeckte nicht. Und irgendwie hatte was er auch machte einfach keinen wirklich Sinn.

Nach dem Essen fuhr Luke zu seinem besten Freund Sven, er musste dringend mit jemandem Reden und mit Sven konnte er wirklich über alles Reden. Nachdem Luke alles erzählt hatte, entschieden die Beiden gegen Abend in eine Kneipe in der Nähe zu gehen.

Bei etlichen Bier unterhielten sie sich über die ganze Situation noch einmal.
„Und du glaubst wirklich, da will dir jemand ans Leder?“, fragte Sven, eine junge Frau lächelte ihn charmant an, er warf ihr nur einen kurzen Blick zu und wandte sich dann wieder an seinen Freund.
Sven wurde viel angeflirtet und war auch ein kleiner Frauenheld, aber wenn sein Freund ihn brauchte, dann waren ihm die Frauen auch mal egal.
„Was würdest du denn glauben, wenn dein Hund halb tot in einer riesigen Blutlache in deiner Wohnung liegt?“
„Hmm… Ja, verstehe. Sag mal, du hast doch gesagt, du hättest die Briefe fotografiert?“, fragte Sven dann und bestellte zwei neue Bier.
„Ja, klar. Moment“, Luke holte sein Handy hervor, er suchte kurz nach den Fotos und reichte das Handy dann an Sven.

„Seltsame Rechtschreibfehler“, sagte Sven, nachdem er die Briefe gelesen hatte.
„Ja, die sind mir auch schon aufgefallen“, erklärte Luke.
„Warte mal.“
Sven starrte die Fotos noch immer an. Er war eine Weile lang ruhig. Luke schwieg ebenfalls, er merkte, dass Sven über etwas grübelte und wollte ihn nicht unterbrechen.

„Oh verdammt“, sagte Sven dann plötzlich und wurde blass.

Der wundersame Adventskalender – 1. Dezember


Lucy erwachte früh am Morgen. Ganz aufgeregt sah sie aus dem Fenster, dicke weiße Flocken fielen vom Himmel herunter und bedeckten den Boden unter sich.

Pünktlich zum 1. Dezember hatte es wirklich angefangen zu schneien.

Hastig lief die sechsjährige die Treppen herunter und zu ihrem Adventskalender. Sie wartet schon eine Woche darauf endlich das erste Türchen öffnen zu können und nun war es endlich so weit.

Vorsichtig und ganz langsam öffnete sie das kleine Türchen mit der eins darauf. Ein himmlischer Duft nach Spekulatius breitete sich im Raum aus. Ein Glitzern war hinter der Tür zu sehen und als Lucy sich wieder im Raum umsah, war sie nicht mehr zuhause.

Aber wo war sie? Es roch herrlich nach Spekualtius und anderem Gebäck. Lucy ging ein paar Schritte, dann hörte sie Stimmen.

„Schnell, schnell bis Weihnachten muss alles fertig sein“, hörte sie.

Vorsichtig öffnete Lucy die Tür, hinter der sie die Stimmen vermutete.

Auf einmal waren fünf Paar Augen auf Lucy gerichtet. Das kleine Mädchen lief knallrot an.

„Oh Lucy, komm rein, komm rein. Wir haben schon auf dich gewartet“, sagte einer der Wichtel, die in dem Raum zu arbeiten schienen.

„Ich bin Pum Pum, das sind Zick Zack, Flick Flack, Heck Meck und Mick Mack“, stellte ein Wichtel sich und die Anderen vor.

Pum Pum nahm Lucy an die Hand und führte sie in den Raum herein.

„Wir sind dafür zuständig, dass es zu Weihnachten auch genug Kekse für alle Kinder gibt“, erklärte der Wichtel.

„Aber ich dachte Mama backt die Kekse“, erwiderte Lucy.

„Aber natürlich. Aber was ist mit den Keksen, die du jedes Jahr an Weihnachten noch vom Weihnachtsmann geschenkt bekommst. Die backt doch deine Mama nicht. Das ist noch echte Weihnachtswichtel Handarbeit. Mit einer kleinen Prise Weihnachtswichtelwunder“, erklärte Zick Zack und schlug eilig ein paar Eier auf, um ihren Inhalt in einer Schüssel zu leeren.

„Wow“, sagte Lucy, ihre Augen glänzten.

„Komm hilf uns“, sagte Mick Mack.

Das ließ sich Lucy nicht zwei Mal sagen, sie ging zu Mick Mack und half ihm mit dem Mehl. Einen riesigen Sack schleppten sie zu einer großen Schüssel. War das schwer. Lucy kam ziemlich ins Schwitzen.

Dann entleerten sie den ganzen Sack in der Schüssel, eine riesige Staubwolke erhob sich und als sich die Wolke wieder gelegt hatte waren Mick Mack und Lucy komplett weiß vom Mehl.

Lucy musste laut Lachen. Mick Mack betrachtete sich und fing ebenfalls an zu Lachen.

„Ganz so war das nicht geplant“, sagte er und musste sich die Tränen vom Lachen aus den Augen wischen. Lucy klopfte sich das Mehl so gut es ging wieder ab.

Dann half sie Zick Zack. Oder zumindest versuchte sie es, aber Zick Zack war so schnell dabei die Eier in die Schüssel zu versenken, dass Lucy kaum mit dem gucken hinterher kam.

„Ja, Zick Zack ist wirklich auf Zack“, sagte Mick Mack, der Lucys überraschtes Gesicht bemerkt hatte.

„Komm her Lucy, mir kannst du helfen, wir brauchen ganz viel weiche Butter“, sagte Heck Meck und packte sich den ganzen Arm voller Butter.

„Aber pass gut auf, dass dir nichts herunterfällt, denn so ein Stück Butter auf dem Boden kann sehr rutschig…“, weiter kam Mick Mack nicht, denn ihm war ein Stück Butter herunter gefallen, auf das er nun getreten war und auf dem er durch den ganzen Raum schlitterte.

„Aaaahhh“, rief der Wichtel panisch, wobei er die Butter überall verteilt hatte, weil er nun wild mit den Armen ruderte.

Lucy fing den Wichtel auf und musste sich ein Lachen verkneifen. Zum Glück war der Weihnachtswichtel wohlauf.

„Sowas aber auch“, seufzte Heck Meck und sah sich die Bescherung an.

„Überall liegt Butter“, kicherte Lucy.

„So ist unser Heck Meck, sorgt immer für ein bisschen Chaos“, sagte Pum Pum.

„Na dann sollten wir das Mal wieder aufräumen“, sagte Lucy und fing an aufzuräumen, zum Glück war die Butter eingepackt gewesen und so war die meiste noch zu gebrauchen.

Die Gute kam nun also in die Schüssel und die Butter die man nicht mehr gebrauchen konnte, wurde entsorgt.

Schon bald war alles wieder aufgeräumt.

Dann kam die Schüssel zu Flick Flack, er tat so geschickt einige Zutaten hinein, die Lucy nicht sehen durfte.

„Tut mir Leid, das Rezept muss geheim bleiben“, sagte er grinsend, „aber würdest du vielleicht den Teig verühren?“

Lucy nickte, sie bekam ein Rührgerät und rührte den Teig kräftig, immer wieder spritze ihr dabei Teig aus der Schüssel auf ihr Gesicht oder ihre Hände, schnell und ohne das es jemand mitbekam schleckte sie ihn dann ab.

Mhmmm… das war lecker.

Als Lucy fertig war, ging der Teig zu Pum Pum. Er rollte den Teig aus und zusammen mit Lucy stach er daraus Sterne und Tannenbäume und allerlei andere Dinge aus. Und schon konnten die ersten Kekse in den Ofen.

Oh, wie das duftete.

„Danke, dass du uns geholfen hast Lucy“, sagte Pum Pum als sie die ersten Bleche aus dem Ofen holten.

„Es hat so einen Spaß gemacht“, sagte Lucy.

Sie musste lächeln als sie an all den Spaß heute dachte, sie hatte kaum gemerkt wie die Zeit verflogen war.

„Nun, es ist an der Zeit, dass du wieder nach Hause zurückkehrst“, sagte Pum Pum, „aber du sollst belohnt werden für deine Hilfe. Ich habe dir ein paar Kekse eingepackt.“

Er überreichte dem Mädchen ein kleines Tütchen mit Keksen.

„Und das Beste, du darfst noch die Rühstäbe abschlecken“, sagte er grinsend.

Lucy freute sich riesig über die die Kekse und die Rührstäbe schleckte sie mit Genuss ab.

„So Lucy, nun schliesse deine Augen. Wenn du sie wieder öffnest, dann bist du Zuhause“, sagte Pum Pum.

„Wiedersehen Lucy“, hörte das Mädchen die Wichtel rufen, während sie die Augen schloss.

Als sie die Augen wieder öffnete, stand sie wieder vor ihrem Adventskalender.

Ihre Mutter kam gerade aus dem Schlafzimmer.

„Guten Morgen mein Schatz und was war heute in deinem Adventskalender?“, fragte Mama.

„Ein Besuch in der Weihnachtsbäckerei“, sagte Lucy freudig und zeigte ihre Mutter das Tütchen mit den Keksen.

„Ich bin so gespannt auf Morgen“, flüsterte Lucy mit roten Bäckchen.

Der Weihnachtskiller – 1. Dezember


1. Dezember 6:15

Es war eisig kalt draußen. Luke hatte sich seinen Schal fest um den Hals gewickelt und die Mütze so tief gezogen wie es ging.

„Komm Balu. Gassi“, rief er und öffnete die Haustür.

Seinem jungen Labrador schien das Wetter gar nichts auszumachen, freudig sprang er zur Tür heraus und lief bellend in Richtung Straße.

„Balu!“, rief Luke und so gleich stoppte der Hund.

Luke seufzte, Balu war noch nicht sonderlich gut erzogen und das machte es manches Mal nicht sonderlich einfach mit dem Tier.

Gemeinsam gingen die Beiden zum Wald. Das war ihre liebste Strecke, dort ließ Luke Balu von der Leine.

Zu Lukes entsetzten war Balu schon bald verschwunden, normal blieb er immer in Sichtweite, doch dieses Mal war nichts mehr von ihm zu entdecken.

„Balu?“, rief Luke und trat zwischen die Bäume.

Luke lauschte, doch nichts. Alles war ruhig.

„Balu?“, rief er noch einmal und dann hörte Luke plötzlich ein Jaulen.

Es war gut einzuordnen woher es kam und daher lief Luke los in die Richtung aus dem er glaubte, dass das Jaulen kam.

Dann entdeckte er seinen Hund. Das Blut in seinen Adern schien zu gefrieren.

Was hatte Balu getan? In seinem Fell war überall Blut und vor Balu… Vor Balu lag jemand blutüberströmt.

„Balu sitz“, sagte Luke streng, der Hund gehorchte sofort.

Dann ging Luke näher, er hoffte, dass er dem Mann noch helfen konnte. Doch er schien schon langsam abzukühlen. Balu konnte ihm nichts getan haben, auch das Blut schien schon zu gerinnen. Vorsichtig fühlte Luke den Puls, doch es war kein Puls mehr zu fühlen.

Wenig später wimmelte es hier nur so vor Polizisten. Nachdem Luke gefühlte hundert Mal befragt worden war, begab er sich mit Balu nach Hause. Zuhause leerte er noch kurz seinen Briefkasten, dann wusch er erstmal Balu, damit das Blut aus seinem Fell kam und gönnte sich dann selbst eine heiße Dusche.

Die Dusche tat ihm gut, sie wusch all das Blut von ihm ab und wärmte seinen Körper wieder durch. Außerdem fiel der Stress ein wenig von ihm ab.

Er duschte sicher eine dreiviertel Stunde, dann wendete sich er seinen Post zu. Er hatte gestern den Briefkasten nicht geleert, allerdings schien das auch nicht nötig gewesen zu sein. Das meiste war Werbung. Nur ein Umschlag fiel ihm auf, weder Absender noch Empfänger standen auf dem gelben Umschlag. Er musste persönlich eingesteckt worden sein.

Vielleicht eine verfrühte Weihnachtskarte, obwohl dafür war der Umschlag zu dünn.

Schulter zuckend öffnete Luke den Umschlag, doch bevor er den Zettel herauszuziehen konnte, klingelte das Telefon.

Er griff zum Hörer und hob ab, den Umschlag legte er auf den Tisch zurück.

Seine Mutter war am anderen Ende der Leitung, sie wollte Luke zum Essen einladen, denn sie hätte ihn allzulange nicht mehr gesehen.

Sie ließ sich nicht abwimmeln, also sagte Luke irgendwann zu, auch weil ein Blick auf die Uhr im verriet, dass er bald zur Uni musste. Seit einem halben Jahr studierte Luke nun BWL.

Er legte auf und hatte den Umschlag mittlerweile ganz vergessen, schnell machte er sich wieder fertig, verabschiedete sich von Balu und verließ die Wohnung.

1. Dezember 17:35

Erst nachmittags kam Luke wieder nach Hause, sein erster Weg führte ihn mit Balu nach draußen.

Als sie an dem Tatort vorbeikamen, fiel Luke der Umschlag wieder ein. Kaum zuhause suchte er nach dem Brief. Doch wo war er hin?

Luke stellte die ganze Wohnung auf dem Kopf, unter dem Spielzeug in Balus Korb wurde er schließlich fündig, der Umschlag war durchgesabbert und Luke hoffte das man den Brief noch lesen konnte.

„Ich hätte es mir ja denken können“, murmelte Luke und holte vorsichtig den Brief aus dem Umschlag, er entfaltete ihn und las die wenigen Zeilen die darauf standen.

Entgegen menes Plans hast du meine kleine Überrashung ein bisscen früh entdeckt.

Aber nun heiße ich die illkommen in minem kleinen Spiel.

Ich empfehle di, hier von nicht er Polizei zu erzähln,

sonst enet es für dh früer, als es begonnen ha.

Und nun viel Spaß bei unserem tdlichen Spiel,

vielleich gewinnst du din Leben.

Es grüßt dich:

der Weihachtskiller

Luke schluckte schwer, das musste doch ein schlechter Scherz sein. Was sollte er jetzt nur tun? Sollte er das wirklich ernst nehmen? Sollte er vielleicht sogar zur Polizei gehen?

Luke entschied sich, dass es sich hierbei nur um einen schlechten Witz handeln konnte. Warum sollte ihm jemand drohen? Nur weil er die Leiche entdeckt hatte? Er wusste doch nichts weiter.

Luke packte den Brief auf einen Schrank und entschied sich bei einem Game zu entspannen, es würde ihn sicher ablenken.

1. Dezember 23:59

Luke hatte den Brief erfolgreich verdrängt, genauso wie den restlichen Tag. So langsam war es Zeit zu Bett zu gehen. Natürlich erst nachdem er noch einmal mit Balu draußen war. Doch so weit kam er gar nicht, er hörte ein seltsames Geräusch aus dem Wohnzimmer.

Adventskalender


Dieses Jahr gibt es mal etwas ganz Neues. Eine Art Adventskalender. Türchen kann ich hier leider nicht einbauen, die ihr öffnen müsst, aber vom 1.Dezember bis 24. Dezember erscheint jeden Tag um Mitternacht ein neuer Teil.

Oder noch genauer gesagt, zwei Teile, denn es gibt zwei Kalender.

Einen für unsere lieben kleinen zum Vorlesen oder aber wenn sie frisch im Lesealter sind zum selbst Lesen. (Geeignet würde ich sagen so ab 5 bis 7 Jahre). Die Geschichten handeln von der sechsjährigen Lucy, sind aber jeden Tag abgeschlossen, solltet ihr also eine nicht Lesen wollen, stört das gar nicht.

Und dann gibt es eine etwas blutigere für die Erwachsenen, diese ist erst am 24. Dezember abgeschlossen, ist somit ein Fortsetzungsroman und ihr solltet keinen Teil überspringen.

Ich wünsche euch hiermit schon eine schöne Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Lesen.

Neue Abenteuer – Kapitel 3


„Na gut, lass uns zusammen gehen“, sage ich seufzend.

Die Arbeit hat sich damit wohl erledigt.

„Ich muss kurz telefonieren“, sage ich mit einem Blick auf mein Handy.

Na toll, ausgerechnet jetzt war der Akku leer.

„Nimm meins“, sagt Nicole lächelend und reicht mir ihr Handy.

Sie geht vor zum Eingang des Krankenhauses. Ich rufe kurz bei der Arbeit an und melde mich krank. Unbewusst stecke ich das Handy in meine Jackentasche, auch Nicole fragt nicht danach, als ich wieder zu ihr trete. Sie ist sichtlich nervös. Ich nehme ihre Hand, drücke sie leicht.

„Ist doch nur ein Krankenhaus“, sage ich und ziehe sie mit hinein.

Schnell hat sich herausgestellt, dass ihre Nase gebrochen ist. Doch nun warten wir schon ewig auf den Entlassungsbrief.

„Meinst du ich kann kurz mal eine Rauchen gehen?“, fragt Nicole und rutscht auf ihrem Stuhl hin und her.

„Klar, ich warte hier“, sage ich.

Nicole nickt und geht raus. Fünf Minuten vergehen, zehn Minuten… Nach einer halben Stunde wundere ich mich wo Nicole bleibt. Irritiert werfe ich einen Blick auf die Uhr.

Ich will draußen nachsehen gehen, doch da rennt mich eine Schwester fast über den Haufen. Mir fällt ihr blutverschmierter Kittel auf und nun erkenne ich auch den Grund dafür.

Der Boden ist voller Blut, überall ist hier Blut und ich stehe mitten drin. Was ist hier passiert?

Ich hab im Warteraum nichts mitbekommen, hier kann doch nicht so ein Chaos geschehen, ohne das ich davon etwas mitbekomme.

„Sie können hier jetzt nicht raus“, sagt mir ein Pfleger, er wirkt relativ gefasst und schiebt mich zurück in den Warteraum.

Ich will Nicole anrufen, sie hatte mir ja bereits ihre Nummer gegeben, aber als ich das Handy aus der Jacke ziehe, erkenne ich das es nicht Meines, sondern das von Nicole ist.

Verdammt!

Ich muss irgendwie zu Nicole kommen, ich öffne das Fenster und schaue hinunter.

Wir sind im ersten Stock, ich könnte also springen ohne mir viel zu tun. Wenn das nun aber doch nicht gut geht, auch bei einem kleinen Sprung könnte ich mir ein Bein brechen.

Ein Blick in den Flur, zeigt mir das es dort immer voller wird. Ich könnte versuchen mich herauszuschleichen, besonders wahrscheinlich, dass dies gelingt ist es allerdings nicht.

Ich sehe mich in dem Wartezimmer genauer um, aber außer den Stühlen und der Wanduhr ist hier eigentlich nichts, ein kleiner Tisch mit einer einzigen Zeitschrift darauf steht noch in einer Ecke, aber das war es dann auch schon.

Ich habe also keine andere Wahl. Fenster oder Flur, etwas anderes bleibt mir nicht.

 

 

Die Umfrage läuft bis zum 14.12.2016 um 0:00 Uhr.

Neue Abenteuer – Kapitel 2


Zunächst eine Entschuldigung, dass dieses Kapitel so lange auf sich warten ließ, ich hatte einige Probleme und es war mir nicht möglich zu schreiben. Das nächste Kapitel kommt pünktlich.

 

Rasch hole ich eine Taschentuch raus und halte es der jungen Frau hin.
Sie drückt es vorsichtig gegen ihre blutende Nase und bedankt sich. Ein Blick aus dem Fenster verrät mir, dass ich gerade meine Haltestelle verpasst habe.
„Sie sollten bei der nächsten Haltestelle aussteigen, von dort ist das Krankenhaus nicht weit“, erkläre ich.
„Ich kenne mich hier leider gar nicht aus“, nuschelt die Frau in ihr Taschentuch.
„Der Weg ist nicht schwer. Sie steigen aus und gehen in die Richtung in die der Bus auch fährt, dann die nächste links und die dritte rechts, dann wieder die zweite links und… Ist doch komplizierter. Wissen Sie was, ich bring Sie einfach hin, ich komme nun eh zu spät zur Arbeit.“
„Oh vielen Dank, das ist wirklich nett. Ich bin übrigens Nicole“, sagt die junge Dame lächelnd.
Ich erwidere das Lächeln und stelle mich ebenfalls vor.

Wenig später stehen wir vor dem Krankenhaus. Auf dem Weg hat mir Nicole erzählt, dass sie hier vor 3 Wochen anfing zu studieren und eigentlich gerade auf dem Weg zur Uni war. So kommen wir wenigstens beide zu spät.
Nun wippt sie etwas unbeholfen von einem Bein auf das Andere und schaut blass zum Eingang.
„Ist alles ok?“, frage ich.
„Nun… Ja… Nein… Doch alles in Ordnung“, murmelt Nicole, ihre Nase blutet noch immer und sie drückt bereits das dritte Taschentuch dagegen.
„Es wirkt nicht so, als wäre alles in Ordnung“, sage ich und muss ganz leicht grinsen, weil Nicole wirklich süß aussieht im Moment.

„Na ja… Ich… Ich habe Angst vor Krankenhäusern“, sagt sie.
„Also ich kenne keins das mich jemals gebissen hätte.“
Nicole muss Lachen.
„Nein… Ach Mensch… Das natürlich nicht, aber mich macht es immer so nervös wenn… Die ganzen Ärzte und so halt.“
„Also… ich muss zur Arbeit. Sonst wär ich natürlich mitgekommen.“
„Ja natürlich. Geh… Ich will dich gar nicht aufhalten, du kommst meinetwegen ja sowieso schon zu spät.“
„Du schaffst das schon“, sage ich aufmunternd.
Nicole nickt.
„Natürlich“, murmelt sie.
Ich verabschiede mich von ihr und gehe ein paar Schritte, dann drehe ich mich nochmal um und sehe wie sie noch immer am Fleck steht.

Ich kann nicht sagen was es ist, irgendwas sagt mir, ich sollte hier unbedingt verschwinden, aber mich fesselt Nicole auch auf ihre Art und Weise und so steh ich nun da und schaue sie einfach nur an.
Sie geht einen Schritt näher zum Haupteingang, dann bleibt sie stehen. Sie schaukelt von dem linken aufs rechte Bein und wischt sich nervös durchs Gesicht, dann dreht sie sich um und geht eilig. Vor mir bleibt sie erschrocken stehen.
„Ich äh… Ich…“, stammelt sie.
„Du wolltest weglaufen.“
„Nein, nein… Ich wollte nur… Ich hab was vergessen, das ist wichtig. Ich geh dann später.“

Ich mustere Nicole, ich weiß von ihr, dass sie 24 Jahre alt ist, gerade kommt sie einem aber eher vor wie Zwölf. Nachdenklich guck ich von ihr zum Krankenhaus.

Umfrage beendet. Kapitel 3 gibt es hier.

 

Die Psychiatrie – Kapitel 19

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23. Dezember 1901 – Karl

Karl musste etwas tun, so konnte es nicht weiter gehen. Amber baute von Tag zu Tag mehr ab, er rechnete damit, dass sie nicht mehr lange überleben würde, wenn er nichts täte und dieses Mädchen lag ihm so sehr am Herzen.

Noch viel mehr als irgendeiner der anderen Patienten. Er erinnerte sich an einen alten Fall. Marcus Andrews. Auch er lag ihm sehr am Herzen, der Junge starb viel zu jung und es gab keinen Grund. Ein komplett gesundes Kind, dass an der Experimentierfreudigkeit von Dr. Baskin leiden musste.

Karl hatte sich das Ganze viel zu lange angeguckt. Zum Glück hatte er Zugang zu allen Bereichen des Krankenhauses. Er würde Amber hier rausbringen und mit ihr verschwinden. Er musste es einfach tun.

Heute hatte er Nachtschicht, das war die optimale Zeit. Dr. Baskin war nachts nicht da und auch sonst waren nicht viele Pfleger anwesend.

Heute würde er es tun. Nicht noch einmal sah er mit an wie ein Kind so grausam starb. Auch wenn Amber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war, denn hier waren noch viel mehr gequälte Kinder, aber er würde heute den Anfang machen. Würde wenigstens ihr helfen. Und würde nie wieder für ein solches Schwein arbeiten.

Karl machte es sich im Aufenthaltsraum bequem und schrieb in sein Tagebuch. Noch war es zu früh, noch konnte seine Aktion nicht starten.
Aber bald wäre es so weit, bald würde er Amber befreien.

Zwei Stunden wartete Karl noch, dann stand er auf und verließ den Aufenthaltsraum. Auf den Fluren war alles ruhig, die meisten Patienten schliefen mittlerweile, nur aus wenigen Räumen hörte man noch leise Geräusche.

Karl schloss leise die Tür von Ambers Zimmer auf, das Mädchen wurde wach. Karl gab ihr ein Zeichen leise zu sein und sie nickte.
Halt dich fest“, flüsterte er, als er Amber auf den Arm hob.
Das Mädchen klammerte sich fest um Karls Hals. Flink bewegte er sich durch die Gänge, immer wieder musste er einzelne Türen aufschließen bevor er hindurch konnte. Das Abschließen sparte er sich, das war nun ohnehin egal.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis sie an der Eingangstür der Klinik ankamen, Karl drückte Amber fest an sich. Er hatte Angst das etwas schief ging, es durfte einfach nichts schief gehen. Es musste klappen.

Er schloss die Eingangstür auf und trat hinaus in die Freiheit.

Die Pschiatrie -Kapitel 18

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Gegenwart – Niki

Niki war vor ein paar Treppen stehen geblieben. Sollte sie wirklich noch ein Stockwerk hoch? Raus ging es dort sicher nicht, zumindest kam sie nicht mehr heile hinunter, selbst wenn sie hinaus kam.
Aber vielleicht fand sie etwas um Ryan zu helfen.

Vorsichtig stieg sie die Holztreppe hinauf, diese knarrte beängstigend.
Oben angekommen atmete Niki erst einmal tief durch. Die Angst saß ihr in allen Knochen.
Sie glaubte schon lange nicht mehr daran Ryan befreien zu können, aber zur Not musste sie hier raus und Hilfe holen. Allerdings hatte sie auch da keine Ahnung wie sie es anstellen sollte.

Niki sah nach rechts und links. Ein Gang führte in beide Richtungen, sie entschied sich dann aber nach links zu gehen und betrat gleich den ersten Raum. Hier stockte ihr aber der Atem. Vor ihr stand eine Art elektrischer Stuhl, in dem Raum roch es anders als in den anderen. Irgendwie ein wenig rostig und auch sonst sehr seltsam.

Ihre Augen starrten wie gebannt auf den Stuhl, sonst hätte sie erkannt woher der rostige Geruch kam.
An dem Stuhl war noch etwas getrocknetes Blut zu erkennen, die Fesseln, die die Leute daran hindern sollten abzuhauen, waren porös und würden heute wohl niemanden mehr halten.

Niki begann zu zittern, ihr war eiskalt und trotzdem schwitzte sie. Was sie hier sah fand sie einfach nur gruselig. Wenn sie sich vorstellte, wie dieses kleine Mädchen mit 5 Jahren darauf gefesselt und mit Stromstößen gefoltert wurde und vermutlich noch geschlagen oder sonst etwas wurde, weil sie um ihr Leben schrie. Wie konnte man ihr das nur antun, wie konnte man irgendjemanden so etwas antun?

Niki war schon immer auch gegen Todesstrafe gewesen, andere Menschen zu foltern oder ihres Lebens berauben fand sie nicht richtig. Sie fand nicht dass irgendjemand das Recht hatte über Leben oder Tod eines anderen zu entscheiden, egal was der Mensch getan hatte.

Niki schüttelte sich, jetzt endlich schaffte sie es ihren Kopf von dem Stuhl abzuwenden. Doch was sie dann sah, brachte sie nur noch zum Schreien. Der Schrei hallte in den leeren Raum und den leeren Gängen nach.
Er musste wohl weit zu hören gewesen sein.

Dann wurde es schwarz um Niki und sie brach bewusstlos zusammen.